Mai 20202: Äthiopien / Lalibela: Getasew ‘s eindrücklicher Weg von «Zero to Hero»

Getasew ‘s eindrücklicher Weg von «Zero to Hero»

 Der heute 26-jährige Getasew Hailu wurde in Lalibela geboren und hatte sich wie viele andere auch sehr schwierigen Herausforderungen im Leben zu stellen. Davon soll dieser Bericht handeln.

Im Alter von 7 Jahren wurde sein Vater Soldat, um sein Land während des Äthiopisch-Eriträischen-Krieges zu schützen. Deshalb musste die Mutter allein die Verantwortung für Getasew übernehmen. Nur zwei Jahre konnten sie zusammenbleiben. Seine Mutter sammelte Brennholz und verkaufte manchmal das lokale Getränk ‚Tella‘, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Doch dies war verbunden mit vielen Problemen und Schwierigkeiten. Die Mutter kehrte zurück in ihr Dorf. Sie liess Getasew im Alter von 11 Jahren bei seiner Großmutter zurück in Lalibela.

Getasew verbrachte seine Schulzeit bei seiner Großmutter. Er half ihr beim Sammeln von Brennholz und half im bescheidenen kleinen Haushalt. Zunehmend stellte er fest, dass seine Großmutter eigentlich mehr Hilfe brauchte, jetzt begann er in seiner Freizeit als Schuhputzer. Seine Mutter besucht ihn gelegentlich.

Als Getasew 18 Jahre alt war, wurde die Großmutter schwer krank und starb. Dies warf neue dunkle Schatten auf sein Leben. Er will nicht zu seiner Mutter zurück, weil er seine Ausbildung in Lalibela beenden musste und seine eigenen Vorstellungen vom Leben verwirklichen wollte. Er setzte seine Schuhputzerkarriere fort und beendete die obligatorische Schulpflicht. Dabei wurde ihm klar, dass er nicht während seines ganzen Lebens als Schuhputzer tätig sein konnte. Er entschied sich für eine Anstellung in einem Lebensmittelladen und erhielt dafür monatlich 300 Birr (9 Fr.).

Obwohl er den Job nicht mochte, war das Leben für ihn relativ gut. Als der Laden  geschlossen werden musste, stiegen wieder neue dunkle Wolken auf. Eigentlich wollte Getasew seine Schulzeit weiterführen. Doch schien ihm diese Möglichkeit jetzt verbaut. Auch ein kleines Einkommen für den Lebensunterhalt fehlte ihm.

Er ging auf die Straße und begann dort mit anderen jungen Leuten einen sehr fragwürdigen Lebensstil zu pflegen. Er bettelte in Restaurants um Essensresten. Zu dieser Zeit lernte er die Tätigkeit der Stiftung kennen.

PBF organisierte sechs Straßenjungen und setzte sie 2015 ein bei der neu gebauten Autowaschanlage. Unser Getasew war einer von ihnen.  Getasew hatte wieder Hoffnung, er gewinnt neue Kraft und sieht eine neue Perspektive, nicht zuletzt für die Weiterführung seiner Ausbildung. Er arbeitete in der Waschanlage, die zweite Tageshälfte widmete er dem Schulunterricht. Im vergangenen Jahr hat er so gute Resultate erzielt, dass er für das Studium an der Universität zugelassen wurde.

Getasew sagt heute: „Dies ist der Zeitpunkt, den er in seinem Leben erreichen wollte, nur zu oft schien dies völlig ausgeschlossen.“ An der Wolayta University im Süden Äthiopiens, tausend Kilometer entfernt von Lalibela, studiert jetzt Getasew im  Department of Social Sciences. Getasew ist nicht mehr in der Autowaschganlage zu finden! Er ist ein eindrückliches Vorbild für viele seiner Kollegen und beweist ihnen, dass auch fast Unmögliches zur Realität werden kann.

Mit Blick auf sein Engagement, seinen leidenschaftlichen Eifer sich weiter zu bilden, hat PBF beschlossen, ihn auch während des Studiums unterstützend zu begleiten. Der Weg vom Schuhputzer zum Autowäscher, hart Erspartes einzusetzen für Lebensunterhalt und Weiterbildung bis zur Universität ist ein langer Weg und gelingt nicht immer. Er verdient hohe Wertschätzung!

Getasew ist jetzt sehr dankbar für die Chance, die er von PBF erhalten hat. PBF hat ihn von der Strasse geholt, ihm eine neue Perspektive aufgezeigt und die Türen zu seinem Erfolg geöffnet. Getasew dankt herzlich allen bei PBF, den Sponsoren, die ihm ermöglichen sein Leben – wie er sagt – von «zero to hero» zu verändern.

Mesay