August 2015: Äthiopien / Gashena: Emanuel Medium Klinik

Emanuel Medium Klinik Projekt: Gashena, Äthiopien

Hintergrund
In Gashena, einem kleineren Ort in Nord Wollo, einer Gegend in der Amhara Region von Äthiopien, wird eines der Schlüsselprojekte der „Peter Bachmann Foundation“ (PBF) betrieben. Der Ursprung geht zurück auf drei Freiwillige, die in einem Ort namens Geregera eine Klinik gegründet hatten und mit dem dort erworbenen Wissen die Basis für ein ähnliches Projekt in Gashena anbieten konnten. Nach Abklärung der Bedürfnisse für einen entsprechenden Gesundheitsdienst in dieser Gegend, wurde das Vorhaben an Dr. Peter kommuniziert, der es angesichts der Bedeutung für die ansässige Bevölkerung mit ihrer Anfälligkeit für übertragbare Krankheiten in epidemischen Ausmassen in die „Peter Bachmann Foundation“ übernahm.
Nach intensiver Bautätigkeit, verbunden mit der Bereitstellung der relevanten Materialien, wurde die Klinik als „Emanuel Medium Clinic“ am 27. November 2012 offiziell eröffnet. Seitdem bietet die Klinik diverse medizinische Dienste an, die im Rahmen einer Klinik von dieser Grösse und mit dieser Ausstattung gesetzlich praktiziert werden dürfen. Ashenafi Mesele ist der Initiator dieses Projekts. Er begleitete es von der Planung über die Realisierung bis zur Eröffnung und seitdem ist er sowohl für die medizinischen als auch für die administrativen Belange zuständig und verantwortlich. Die Klinik wird materiell und finanziell von der „Peter Bachmann Foundation“ (PFB) unterstützt.

Hauptziele
Der Ort Gashena liegt zentral zu den meisten umliegenden Dörfern. Deshalb wurde er auch ausgewählt, um genau dort die Klinik zu etablieren und damit einen Gesundheitsdienst für jene anzubieten, die Hilfe benötigen und verdienen, weil sie Gefahr laufen ihr Leben durch übertragbare und nicht übertragbare Krankheiten zu verlieren. Deshalb verfolgt die Klinikleitung Ziele, wie die Vermittlung von gesundheitlichem Wissen an die Bevölkerung, die Förderung deren Haltung zur Gesundheit im allgemeinen, der Verringerung der Morbidität und Mortalität durch eine angemessene, hochwertige medizinische Versorgung, die Verringerung der Mortalitätsrate durch Erfassen der Müttersterblichkeit und damit verbunden von Komplikationen während der Schwangerschaft durch medizinische, chirurgische oder geburtshilfliche Behandlungen.

Leistungen für die Gemeinschaft
Seit ihrer Eröffnung bietet die Klinik ganzheitliche und umfassende medizinische Leistungen für Patienten in fünf Schwerpunktbereichen an. Dazu gehören die ambulante Behandlung von Patienten mit infektiösen und sexuell übertragbaren Krankheiten, die stationäre Behandlung, ein Labor für Blutanalysen, Antikörpertests, H.pylori, Hepatitis, Stuhl- und Urin-Analysen, sowie weitere virale Tests, die Augenheilkunde einschliesslich kleinerer augenchirurgischer Eingriffe und die Apotheke, welche Medikamente für die Patienten bereit hält.

 

Begünstigte der Klinik
Die Klinik steht der lokalen Bevölkerung für die Behandlung ihrer medizinischen Probleme und in manchen Fällen als lebensrettender Ort offen, welche sich die Kosten für eine ärztliche Betreuung, für Arzneimittel oder für eine Reise in eine grössere Stadt aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen nicht leisten können, was auf die meisten Menschen in dieser Gegend zutrifft. Intern hat die Klinik Arbeitsmöglichkeiten für zehn Personen geschaffen. Darunter auch für Ashenafi Mesele, welcher die Klinik seit den Anfängen führt und in diesem Rahmen für das tägliche „Geschäft“, d.h. die Behandlung von Patienten, die Aufklärung der Bevölkerung in Gesundheitsfragen, die Verwaltung, den Kontakt zu den Behörden und für weitere Angelegenheiten nach innen und aussen zuständig ist.

Aktueller Stand und Wirksamkeit
Seit der Gründung im Jahr 2012 hat die Klinik in allen Bereichen stark zugelegt. Die verbesserte Gebäudesubstanz, die medizinische Ausrüstung und die gezielte Ausbildung des Personals haben die Qualität der Dienstleistungen markant ansteigen lassen und es ermöglicht, eine stetig wachsende Zahl von Patienten zu betreuen. Im Jahr 2014 haben in der Klinik 2.683 Personen eine medizinische Behandlung erhalten. Davon wurden 2.429 in vollem Umfang von ihrer Krankheit geheilt, ohne dass Patienten für zusätzliche Medikamente oder weitere Behandlungen an höher eingestufte, weit entfernte Spitäler weiter verwiesen werden mussten, die sie aus Mangel an finanziellen Mittel wohl kaum erreicht hätten. Im Allgemeinen ist das Projekt in einer vielversprechenden Lage zu einem Unternehmen zu werden, welches aufgrund seiner Eigenleistungen die Nachhaltigkeit des Projekts massgeblich mit unterstützen kann.

Zukunft und die Rolle der PBF
Durch den Einsatz von mehr qualifizierten Fachkräften sollen die medizinischen Leistungen der Klinik qualitativ und mit neuen Behandlungen weiter ausgebaut werden. Dazu werden die Betreuung von Kindern und älteren Menschen (Geriatrie) gehören, die Augenmedizin mit operativen Eingriffen, wie auch eine erweiterte Information der Bevölkerung in gesundheitlichen Belangen. Um diese ehrgeizigen Pläne umzusetzen, wird die Klinik auch weiterhin auf die materielle und finanzielle Unterstützung der „Peter Bachmann Foundation“ angewiesen sein.

(Übersetzung eines Berichts in Englisch 23.08.2015 H.S.)