Januar 2026: Äthiopien / Lalibela: Common Ground, Common Threads

Common Ground, Common Threads

Ein Gewebe aus Gemeinschaft, Erinnerung und Zukunft

In Lalibela, wo Fels und Himmel einander berühren, wo Pilgerwege wie alte Adern durch die Landschaft ziehen, trägt PBF seit Jahren die Sorge um jene, die am Rand stehen: die Alten, die Verwundbaren, die Suchenden. Doch Fürsorge allein genügt nicht. Gemeinschaft wächst dort, wo Menschen wieder Handlungskraft spüren, wo Hände etwas schaffen, das bleibt.

So entstand in der Pilgerherberge Pearl das Weaving Training Centre – nicht nur als Werkstatt, sondern als Raum, in dem Fäden zu Beziehungen werden und Muster zu Geschichten. Weben ist hier mehr als Technik: Es ist Rhythmus, Atem, Erinnerung. Ein stilles Gespräch zwischen Körper und Geist, zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Unsere Vision:

  • Wirtschaft als Würde

Wenn ältere Menschen und arbeitslose Jugendliche ihre Stoffe in die Hände von Pilgernden legen, tragen sie nicht nur ein Produkt hinaus in die Welt, sondern ein Stück ihrer eigenen Kraft.

  • Der Körper erinnert

Jeder Faden, der gespannt wird, stärkt die Hände. Jede Bewegung, die sich wiederholt, bringt Koordination, Geschmeidigkeit und Vertrauen zurück.

  • Der Geist findet Ruhe

Im gleichmäßigen Schlagen des Webschiffchens entsteht ein Raum jenseits von Angst und Schwere. Ein Ort, an dem Gedanken sich ordnen und Stille zu einer Freundin wird.

  • Gemeinschaft entsteht im Tun

Das Zentrum wird zu einem Ort, an dem Menschen einander wiedersehen, miteinander lachen, voneinander lernen. Wo das gemeinsame Arbeiten ein neues Wir formt.

  • Wissen wandert weiter

Die Ältesten tragen Muster in sich, die sonst verloren gingen. Durch ihre Hände fließen Geschichten, die nun wieder weitergegeben werden.

  • Bewahrung des Erbes

Die Muster der Lasta-Region – manche kaum noch bekannt – werden neu gewebt, dokumentiert und lebendig gehalten.

Was entsteht:
Netela, fein wie Atem. Gabi, warm wie Umarmung. Schals und Tücher, die Pilgernde begleiten, und Stoffe, die in der Gemeinschaft bleiben,
um Gutes zu bewirken.

Was wir erwarten

  1. Ein erstes Werk

Nach vier Wochen hält jede Person ein eigenes Stück in den Händen – ein Schal, ein Wandtuch, ein Zeichen des Gelingens.

  1. Ein neues Gefühl von Zugehörigkeit

Wenn Menschen sagen: Ich bin Teil von etwas, wenn sie sich gesehen und gebraucht fühlen, dann hat das Weben mehr geschaffen als Stoff.

  1. Ein Geschenk an die Gemeinschaft

Ein Teil der gewebten Stücke fließt zurück in die lokale Wohltätigkeit – ein Kreis, der sich schließt.

Wie es weitergeht:
Wer die erste Runde abschließt, wird nicht allein gelassen.
PBF begleitet Gruppen von Weberinnen und Webern aus der PBF Siedlung Laudato Si, unterstützt sie finanziell, damit aus einem Kurs ein eigenes Projekt wird, aus einem Projekt ein Einkommen,
und aus einem Einkommen ein neues Leben.

Bitte besuchen Sie den YouTube-Link, um das Schulungsvideo anzusehen:
https://youtu.be/-cYF8bTzGbA

Mesay Mequanent

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