Oktober 2021: Kenia / Mathare: Medizinische Beratungsstelle mit Freiwilligen

Afya Mtaani ist eine gemeinschaftliche Initiative von jungen Absolventen und Medizinstudenten aus Mathare und Huruma.

Wir haben uns zu Beginn der COVID-19-Pandemie zusammengefunden, als die Menschen aus Angst vor Fehlinformationen über die Verbreitung des Corona-Virus keinen Zugang zu medizinischen Einrichtungen hatten.

 

Die Peter-Bachmann-Stiftung finanzierte unsere ersten mobilen medizinischen Ausrüstungen, mit denen wir unsere ersten Hilfsprogramme durchführten und Patienten in ihren Wohnungen in den Slums besuchten. Das Team unter der Leitung von Kiadis Makori, einem Masterstudenten der Krankenpflege an der Kenyatta University, hat eine kleine Klinik direkt im Slum gegründet. Dort betreiben wir eine kleine Apotheke und führen von der aus zweimal im Monat unsere medizinischen Aufklärungskampagnen durch. Die anderen Mitglieder der Gruppe sind Kevin Karejo (Medizinstudent an der JKUAT), Eunice Abok (Graduate Clinic Officer) und George Orimba (Sozialarbeiter, PBF).

September-Einsätze

Wir freuen uns, z. B. über unseren medizinischen Einsatz zu berichten am 18. September 2021 in den Huruma/Mathare Slums. Die Besucherzahl war sehr gut, die Menschen kamen in grosser Zahl, von Kleinkindern bis zu älteren Menschen.

Familienplanung und Sexualerziehung

Wir trafen eine Gruppe von jungen Frauen im Alter von 18 Jahren, die nach einer Abtreibung Komplikationen erlitten hatten, andere waren bereits schwanger. Sie freuten sich bald Mütter zu werden. Mit dieser Gruppe sprachen wir über sicheren Sex, Familienplanung und Gesundheitsverhalten wie etwa freiwillige HIV/AIDS-Tests oder andere sexuell übertragbare Infektionen.

Wir konnten die werdenden jungen Mütter für unsere Geburtsvorbereitungskurse aufnehmen, da es in der Gegend kein staatliches Krankenhaus gibt, das diese Dienste zu einem erschwinglichen Preis anbieten würde

Unser Team konnte sich auch um Kinder unter 5 Jahren kümmern, die unter anderem an Lungenentzündung, Unterernährung, Malaria, schwerer Dehydrierung und Brandwunden litten. Wir hatten einen Notfall bei einem einjährigen Kind, das stark dehydriert war, und das Team konnte ihm die notwendigen Medikamente verabreichen. Zsammen mit der Mutter beobachten wir die Entwicklung des Babys.

Bluthochdruck und Diabetes

Bei unseren Routineuntersuchungen haben wir neue Fälle festgestellt und dabei einen sehr ungewöhnlichen Trend beobachtet: Während es sich bei den früheren Fällen meist um ältere Menschen handelte, stellen wir jetzt eine zunehmende Zahl jüngerer Fälle von Bluthochdruck und Diabetes fest. Mütter im Alter von 25 Jahren leiden unter starken Kopfschmerzen, die sie nur mit Schmerzmitteln zu bekämpfen versuchen. Die Diagnose stellte sich in den meisten Fällen als Bluthochdruck heraus.

Wir konnten mit ihnen Aufklärungsgespräche führen, in denen wir sie zu gesundem Verhalten ermutigten und auf die Einhaltung der Medikamente und die Selbstkontrolle hinwiesen.

Häufige Krankheiten

Die meisten Frauen in Mathare und Huruma leiden an einer Beckenentzündung. Dies ist ein recht häufiger Fall, dem wir in unserer täglichen Praxis bei AfyaMtaani begegnen. Dieser Einsatz war keine Ausnahme. Wir behandelten mehrere Fälle und die meisten waren sich dessen nicht bewusst. Sie behandeln ihre Krankheit mit rezeptfreien Medikamenten und in den meisten Fällen geht es nicht weg. Sie leiden unter wiederkehrenden Infektionen, weil sie unhygienisch leben und mehrere Sexualpartner haben.

Besondere Fälle

Es gab einen ganz besonderen Fall. Eine 54-jährige Frau leidet die 2 Jahren unter starken Kopfschmerzen auf der linken Gehirnhälfte und Unterleibsschmerzen. Ihre linke Brust produziert seit 6 Monaten Milch. Sie hat zwei Erwachsene im Alter von 38 und 35 Jahren, die ebenfalls in Huruma leben und Gelegenheitsjobs annehmen, um ihre Familien zu ernähren. Sie selber ist Witwe und verrichtet manuelle Arbeiten, um zu überleben. Leider kann man ihr in AfyaMtaani nicht helfen, da unsere Mittel nicht ausreichen, um ihr medizinisches Problem zu lösen. Sie müsste ein Hormonprofil, einen Schilddrüsenfunktionstest und einen CT-Scan des Kopfes machen lassen, was wir nicht leisten kann. Ihre Sorge ist, dass sie weiterhin mit Schmerzen leben muss, weil sie keinen National Health Insurance Fund (NHIF) hat. Sie kann es sich nicht leisten monatliche 5 Dollar für die Gebühr zu bezahlen. Sie hofft und betet, dass andere Menschen ihr zu Hilfe kommen und ihr helfen, die medizinische Versorgung zu bekommen, die sie braucht.

Dank an PBF.

Unsere Aufgabe ist es, bedürftige Einzelne und Familien zu erreichen und ihnen zu helfen, ihren Grundbedürfnisse nachzukommen, einschließlich Gesundheitsförderung und Ernährung. Wir versprechen, unsere gute Arbeit weiter zu führen und mit positiven Auswirkungen auf die Gemeinschaft zählen zu können. Vielen Dank für jede Unterstützung, die uns die Peter Bachmann Stiftung weiterhin für den Dienst und die lebensrettenden medizinischen und sozialen Aktivitäten für die in bitterer Armut lebenden Menschen in den Siedlungen von Huruma und Mathare gewährt.

Eunice Abok, freiwillige medizinische Pflegefrau in AfyaMtaani

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